Satire: Eine Einführung in den Allismus

Gekürzte deutsche Übersetzung des englischen Originalartikels der Seite Speaking of Autism… , mit freundlicher Erlaubnis des Autors

Wenige Dinge irritieren mich mehr als die Art und Weise, wie meist über Autismus geschrieben und berichtet wird. Diese „Einführungen in den Autismus“ sind häufig voller unvollständiger, veralteter oder einfach nur falscher Informationen, die zu Stereotypen und Mythen in Hülle und Fülle führen…Seit 2003 werden manchmal auf humoristische Weise nicht autistische Menschen von der Autismus-Community als Menschen bezeichnet, die eine Störung namens „Allismus“ haben…

Ich (Quincy) entschied mich die Satire „eine Einführung in den Allismus“ zu schreiben, um die überpathologisierende, mythenumwobene, tragische Art und Weise, wie Menschen über Autismus schreiben, zu kritisieren, indem ich die Rollen vertausche.

Wenn wir anfangen, „Mangel an Autismus“ als die Störung und „Autismus“ als die Norm zu betrachten, dann wird deutlich, wie absurd es ist, auf diese Weise über Autismus zu schreiben. Diese Satire kann auch helfen, Nicht-Autisten aufzuzeigen wie verletzend und ärgerlich es ist diese Fehlinformationen, die leider viele für Tatsachen halten, über sich zu lesen. In meiner Satire wird die gleiche Rhetorik, Sprache und Struktur verwendet, die in vielen Artikeln über Autismus angewandt wird.

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Allismus

In dem heutigen Artikel wird untersucht, was vielleicht eine der erschreckendsten globalen Gesundheitskrisen ist, die der Welt heute bevorsteht. Hunderte von Millionen Menschen auf der Welt leiden heute unter der drückenden Last dieser Krankheit. Millionen von verlorenen und gebrochenen Kindern mit einer trostlosen Zukunft. Der Zustand, den ich beschreibe, ist natürlich die Allismus-Spektrum-Störung, besser bekannt als Allismus.

Was ist Allismus?

Allismus ist eine schwerwiegende Entwicklungsstörung, die durch eine Reihe von sozialen, kommunikativen, kognitiven und sensorischen Defiziten gekennzeichnet ist. Diese werden in diesem Artikel etwas ausführlicher besprochen. Eine einfachere Definition ist jedoch, dass Allismus der schwere Mangel an Autismus ist.

Wie verbreitet ist Allismus?

Die Allismus-Raten sind schockierend und beunruhigend hoch: Neue Schätzungen legen nahe, dass bis zu 55 von 56 Menschen an Allismus leiden.

Was sind die Anzeichen und Symptome von Allismus?

Allismus ist eine sehr breit gefächerte Krankheit. Keine zwei Menschen mit Allismus sind exakt gleich, und es gibt eine große Bandbreite an Symptomen unter Menschen mit Allismus. Es gibt jedoch mehrere breite Symptomkategorien, die Allismus definieren. Das sind sie:

  • Eine klinische Unfähigkeit, den eigenen kognitiven Zustand von dem anderer zu trennen:

Menschen mit Allismus scheinen nicht in der Lage zu sein, das Verständnis, dass andere Menschen andere Perspektiven haben können als sie selbst, in die Praxis umzusetzen. Sie haben Schwierigkeiten, ihr eigenes persönliches Verständnis von dem der anderen zu „entwirren“.

Kinder, die auf Allismus hin untersucht werden, erhalten zum Beispiel oft eine kognitive Beurteilung, die „Der Sally-Anne-Test“ genannt wird. Ihnen wird folgende Geschichte erzählt: „Zwei Mädchen, Sally und Anne, sind in einem Raum mit zwei Körben. Sally hält einen Keks in der Hand. Sally nimmt ihren Keks und legt ihn in Korb Nr. 1 und verlässt dann den Raum. Während sie weg ist, nimmt Anne den Keks aus Korb Nr. 1 und legt ihn in Korb Nr. 2. Wenn Sally wieder ins Zimmer kommt, in welchem Korb sucht sie dann den Keks?“

Typischerweise geben autistische Kinder eine große Bandbreite an Antworten, von „Ich weiß es nicht“ bis hin zum Raten von Korb Nr. 1 oder Korb Nr. 2. Dies ist zu erwarten, wenn man die fehlenden Informationen in der Frage berücksichtigt. Es ist unbekannt, ob Sally durch ein Fenster zuschaute, oder ob Anne ihr sagte, dass sie den Keks bewegt hat… Es gibt keine eindeutig richtige Antwort auf den Sally-Anne-Test. Kinder mit Allismus werden jedoch fast immer selbstbewusst behaupten, dass Sally in Korb Nr. 1 schauen wird. Es mag verwirrend sein zu verstehen, warum das so ist, aber es zeigt dieses Kernsymptom des Allismus. Kinder mit Allismus scheinen nicht zu verstehen, dass Sally Informationen besitzen könnte, die sie nicht haben. Menschen mit Allismus sind nicht in der Lage, ihre eigene Perspektive von der anderer zu trennen. Man könnte dies so zusammenfassen, dass Menschen mit Allismus die Theory of Mind oder das kognitive Verständnis, dass andere Menschen einen von ihrem eigenen Geist getrennten Geist haben, vermissen lassen.

  • Ungewöhnlicher und nicht-funktionaler Gebrauch von Worten und Sprache:

Bei der Interaktion mit Menschen mit Allismus ist ihr offensichtliches Nicht-Verstehen der Bedeutungen von Wörtern offensichtlich. Menschen mit Allismus sind dafür bekannt, dass sie die Verbindung zwischen Wörtern und Objekten der realen Welt nicht verstehen… Zusätzlich haben einige Untersuchungen ergeben, dass Eltern von Kindern mit Allismus glauben, dass ihre Kinder nur in Worten und nicht in Bildern und Ton denken.

  • Sozial unangemessene und nicht-funktionale Kommunikationsnutzung:

Menschen mit Allismus mangelt es stark an normalen autistischen sozialen Kommunikationsfähigkeiten. Menschen mit Allismus neigen dazu, sich an einfachen, oberflächlichen Gesprächen zu beteiligen, die in der Allismus-Community als „Smalltalk“ bekannt sind, als sich auf eine tiefere Konversation einzulassen oder einfach nur die schweigende Anwesenheit einer anderen Person zu genießen. „Smalltalk“ beinhaltet kein Teilen neuer Informationen und dient nicht als Kommunikationsmittel. Dieser „Smalltalk“ führt oft dazu, dass sich die autistischen Menschen um sie herum zutiefst unbehaglich und überfordert fühlen, da andere gezwungen sind, ihre kostbaren und knappen Sprachressourcen für frivole Gespräche zu nutzen.

Menschen mit Allismus sagen auch oft eine Sache, beabsichtigen aber eigentlich etwas ganz anderes. Zum Beispiel sagen sie „heute ist es ziemlich kalt draußen“, meinen aber „dreh die Heizung an „. Dieses unerklärliche Verhalten kann entweder durch die bizarre Art und Weise erklärt werden, wie Menschen mit Allismus Sprache nutzen, oder durch die Tatsache, dass sie aufgrund ihres Mangels an Theory of Mind nicht wissen, dass sie Informationen besitzen, die andere Menschen nicht haben.

Menschen mit Allismus fordern auch häufig das, was sie „Blickkontakt“ nennen. Hier versuchen sie, direkt auf die Augäpfel des Gesprächspartners zu schauen. Dies kann sehr unangenehm für die normalen Menschen um sie herum sein, da normale Autisten Augenkontakt oft als nutzlos und ablenkend empfinden.

  • Eingeschränkte sensorische und emotionale Erfahrungen:

Es wird oft bemerkt, dass Menschen mit Allismus fast vollkommen das normale sensorische Such- oder Vermeidungsverhalten zu fehlen scheint. Dies lässt sich dadurch erklären, dass Menschen mit Allismus unglaublich eingeschränkte sensorische Fähigkeiten haben, und sie nur sehr konsistente und gleichmäßige Mengen an Input verarbeiten können. Dies macht es für Menschen mit Allismus schwierig, bestimmte Sinneserfahrungen zu schätzen und die Schönheit der alltäglichen Dinge zu genießen. Die emotionalen Erfahrungen von Menschen mit Allismus scheinen ebenfalls abgestumpft zu sein. Menschen mit Allismus werden selten von ihren Emotionen überwältigt, außer in extremen Umständen.

  • Klinischer Mangel an selbststimulierenden Verhaltensweisen, die dem Entwicklungsstand angemessen sind:

Auf und ab gehen. Mit den Händen wedeln. Schaukeln. Tanzen und Bewegen des Körpers. Dies sind ein fantastischer Teil der menschlichen Erfahrung. Sie sind wichtig, um unsere Systeme zu regulieren und unsere Gefühle auszudrücken. Menschen mit Allismus fehlt es jedoch häufig an diesen wichtigen autistischen Verhaltensweisen. Dies kann mit dem oben genannten Symptom, dem abgeschwächten sensorischen und emotionalen Erfahrungsschatz, zusammenhängen.

  • Anhaltende nicht spezialisierte Interessen:

Während die meisten normalen, sich typisch entwickelnden autistischen Menschen natürlich einige wenige spezialisierte Interessen haben, können Menschen mit Allismus sehr breite Interessen haben und nur sehr wenig über diese wissen. Dies kann es für Menschen mit Allismus schwierig machen, eine Richtung in ihrem Leben zu finden und eine Karriere zu finden, die ihren Interessen entspricht. Es kann sein, dass sie nur wenig Freude daran finden, neue Dinge über ihre Interessen zu lernen, und sich nur selten vollständig in diese vertiefen.

  • Ungewöhnliche frühkindliche Entwicklung:

Menschen mit Allismus haben oft ein seltsam einheitliches Entwicklungsmuster, indem sie bestimmte „Meilensteine“ zu bestimmten, vorhersehbaren Zeiten erreichen, statt in ihrem eigenen, einzigartigen Tempo, wie es bei der autistischen Bevölkerung zu beobachten ist. Ein gutes Beispiel dafür ist die verbale Sprache. Während die Sprachfähigkeiten in der normalen Bevölkerung unglaublich vielfältig sind, wobei die Bandbreite der Menschen im Allgemeinen von hyperlexisch bis hin zur nonverbalen Ausdrucksweise reichen, sind Menschen mit Allismus fast immer völlig durchschnittlich in ihren Sprachfähigkeiten. Es ist unbekannt, was diese seltsamen Entwicklungsphänomene verursacht, und die Allismusforschung sucht noch immer nach der Antwort.

Was verursacht Allismus?

Allismus ist höchstwahrscheinlich genetisch bedingt, aber welche spezifischen Gene für die Störung verantwortlich sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Einige Forscher schlagen Umweltfaktoren vor, die für die Entwicklung von Allismus verantwortlich sein könnten – am häufigsten wird die Benutzung von Sicherheitsgurten und Autositzen bei Kleinkindern als mögliche Ursache genannt, aber diese These wurde noch nicht bestätigt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Allismus?

Leider gibt es keine Heilung für Allismus. Jedoch können umfangreiche Behandlungen und Therapien helfen, allistisches Verhalten zu beseitigen. Das bestmögliche Ergebnis für eine Person mit Allismus ist, dass sie von ihren autistischen Altersgenossen ununterscheidbar wird, und dieses Ziel kann in der Mehrzahl der Fälle erreicht werden, wenn die Diagnose in einem jungen Alter gestellt wird und sofort mit einer frühen Intervention begonnen wird. Viele Menschen mit Allismus können lernen, ein fast vollständig autistisches Leben zu führen, wenn sie die richtige Behandlung erhalten.

Was kann ich tun, um Eltern von Kindern mit Allismus zu unterstützen?

Wie Sie sich wahrscheinlich vorstellen können, ist die Diagnose Allismus eine traumatische Erfahrung für eine Familie. Stellen Sie sich vor, Sie erfahren, dass das autistische Kind, das Sie erwartet haben, sich als nicht auf das gesamte Autismus-Spektrum fallend herausstellt. Eine Allismusdiagnose und damit den Verlust des autistischen Kindes zu betrauern, ist natürlich und sollte gefördert werden. Eltern von Kindern mit Allismus sollten jedoch wissen, dass sie, obwohl sie ihr Kind lieben, niemals den Allismus akzeptieren sollten, denn die Akzeptanz von Allismus ist dasselbe wie das Eingeständnis einer Niederlage.

Erfahrungsberichte von Eltern allistischer Kinder zeigen die Herausforderung die es bedeutet, ein Kind mit Allismus zu haben:

„Ich ging ins Schlafzimmer meiner Tochter in der Hoffnung sie dabei zu überraschen wie sie ihr Spielzeug fröhlich wie ihr Bruder in eine Reihe stellt“, sagte Samantha Roth, Mutter von zwei Kindern, eines davon mit starkem, niedrigfunktionalem Allismus. „Aber als ich sah, wie sie so tat, als würden ihre Puppen miteinander reden, als säßen sie in einer Art Meeting, rannte ich aus dem Zimmer und schluchzte zwei Stunden lang. Versteht meine Tochter wirklich nicht, dass diese Puppen leblose Objekte sind, die ihre Gedanken und Gefühle nicht teilen? Wie soll sie in Zukunft eine feste Anstellung finden, wenn sie nicht lernt, Ordnung zu schaffen, indem sie ihr Spielzeug in eine Reihe stellt?“

David Christensen, Vater von zwei Jungen mit Allismus, schreibt: „Ich liebe meine Söhne, aber ich hasse ihren Allismus. Sie können überhaupt nichts mitteilen. Sie sagen nie direkt, was sie wollen, und manchmal sagen sie sogar das Gegenteil von dem, was sie meinen. Unser Leben ist ein nie endender Zirkus des Fahrens von einer sozialen Aktivität zur nächsten, sie scheinen nie überfordert zu sein. Ihr Allismus hat ihre Schwester jeder Chance auf eine normale Kindheit beraubt. Ich bin am Ende jedes Tages kurz davor, wegen ihres hohen Unterstützungsbedarfs auszubrennen.“

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Die „Abgestumpft-fade“-Schleife der Solidarität mit Allismus-Betroffenen. Eine beige Schleife mit zwei Kulleraugen.

Wie man sehen kann, kann das Leben mit einer Person mit Allismus unglaublich schwierig sein und es ist bekannt, dass eine Allismus-Diagnose oft gestörte Beziehungen zwischen Ehepartnern, Geschwistern und Freunden verursacht. Um Solidarität mit Familien zu zeigen, die von Allismus betroffen sind, können Sie die beige „Abgestumpft-fade“-Schleife erwerben. Diese Schleife repräsentiert die abgeschwächte sensorische und emotionale Erfahrungswelt von Menschen mit Allismus, und die Augen repräsentieren ihr unaufhörliches Bedürfnis nach Augenkontakt.

Schließlich ist die Sprache wichtig, wenn man über Allismus spricht. Stellen Sie sicher, dass Sie immer „Person mit Allismus“ – verwenden, um zu betonen, dass Menschen mit Allismus trotz ihres Allismus immer noch Menschen sind und dass Allismus sie nicht definiert.

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Hoffentlich hat dieser Artikel ein größeres Bewusstsein für Allismus und die Schwierigkeiten, die mit dem Umgang mit Allismus einhergehen, geschaffen.

Wenn Sie nicht autistisch sind, wie haben Sie sich beim Lesen eines solchen Artikels gefühlt? Vielleicht wollten Sie mehrmals rufen: „Aber warten Sie, das ist nicht wahr!“ Wie würden Sie sich fühlen, wenn solche überpathologisierenden und mit Fehlinformationen gespickten Artikel weit verbreitet wären und als Tatsachen gelten würden? Trotz der offensichtlichen Satire, hoffe ich, dass dieser Artikel zum Nachdenken anregt.

Ich habe viele der Motive aus typischen „Autismus“-Artikeln verwendet: Zum Beispiel der verbreitete Mythos, dass uns Theory of Mind fehlt. Das ist nicht wahr, und das Missverständnis ist darauf zurückzuführen, dass keine autistische Perspektive einnehmen und auch keine Autisten befragen, sondern über diese spekulieren. Außerdem werden viele autistische Eigenschaften wie Echolalie, sich wiederholende Routinen usw. als „nicht funktional“ oder sinnlos beschrieben, obwohl diese Handlungen für autistische Menschen Sinn und Zweck haben. Deshalb habe ich in dem Artikel viele eindeutig allistische Verhaltensweisen wie Smalltalk und Augenkontakt als „nicht funktional“ beschrieben.

Ich hoffe, dass dies einen Einblick darauf gibt, dass die Sprache und die Art und Weise, wie wir über Autisten sprechen, von Bedeutung ist. Ich hoffe auch, dass es den Menschen hilft zu erkennen, dass eine Überpathologisierung des Autismus sinnlos ist und nur dazu beiträgt, die Angst zu fördern, denn ich versichere Ihnen, dass es genauso leicht wäre, den Nichtautismus zu pathologisieren und zu einer Krankheit zu machen, wenn eben Autismus als definierende Norm angesehen würde.

ABA ist keine Therapie

Die New York Times bot vor kurzem mit „Early Treatment for Autism Is Critical, New Report Says“ ABA-Anbietern unkritisch eine Plattform, um für ihre „Therapie“ zu werben, ohne dass abweichende Meinungen zu Wort kamen oder eine kritische Einordnung erfolgte.

Es sollte der New York Times bekannt sein, dass die sogenannte Applied Behavior Analysis (ABA) auch aus akademischer Perspektive kritisch gesehen wird. Unter anderem ist die Studie und die Evidenzbasis bei weitem nicht so klar, wie sie im Artikel dargestellt wird. Die Studien zu ABA haben oft methodische Mängel (z.B. beinhalten die Studien größtenteils extrem kleine Stichproben ohne Kontrollgruppe, es wurde bisher keine Studie zu Langzeiteffekten in Bezug auf die Zufriedenheit der Teilnehmenden durchgeführt…), und sie basieren im Grunde auf einer Fehldefinition von Autismus, wie Elle Loughran bereits in ihrem Artikel „The Rampant Dehumanization of Autistic People“ treffend ausgeführt hat.

Wenn man von einer falschen Definition ausgeht, kann nichts Vernünftiges dabei herauskommen (wie als mittelalterliche Ärzte eine falsche, aber kohärente Theorie benutzten, um Krankheiten als Ergebnis von Wind, natürlichen Gasen und den vier menschlichen „Säften“ zu erklären).

Die journalistischen Mindeststandards hätten einen ausgewogeneren Artikel erfordert. Stattdessen wird ABA als ein Wundermittel ohne Nebenwirkungen angepriesen. Das ist nicht glaubwürdig, auch wenn man nichts über ABA weiß. Ein tiefgreifender Eingriff in die Natur eines Kindes, ohne dass über negative Nebenwirkungen berichtet wird? Das klingt nach Quacksalberei.

In Deutschland wird ABA glücklicherweise noch kritisch betrachtet und daher die Kosten für so ein Verfahren von den Krankenkassen auch nicht übernommen. Da Autismus nicht als heilbar gilt, kann er logischerweise auch nicht therapeutisch geheilt werden und daher kann die ABA-„Therapie“ per Definition nicht funktionieren.

Wir werden aber auch mit Fantasieartikeln und Werbung von Instituten, die diese Dressur zu hohen Preisen anbieten, überflutet. Ein Wundermittel! Ohne jegliche negative Nebenwirkungen! Fast wie Magie! Das sind Rattenfänger-Methoden, und es ist schockierend, dass die New York Times einen solchen Artikel veröffentlicht hat. Das wäre nicht das erste Mal – 1971 veröffentlichet die New York Times eine Lobhymne auf die „Heilung“ von Homosexuellen: „Die Therapeuten berichten, dass sie zwischen 25 und 50 Prozent aller homosexuellen Patienten – unabhängig von Alter oder ursprünglicher Motivation – zu einer heterosexuellen Anpassung verholfen haben“.

Ich bin nicht gegen jede Form von Therapie – wie im Bereich der Logopädie oder der psychologischen Unterstützung bei der Bewältigung von Stress, Schlafproblemen etc. Ich bin gegen ABA als „Therapie“, weil diese „Therapie“ den Namen Therapie nicht verdient und Methoden der Gehirnwäsche und operanten Konditionierung verwendet.

Zitat von Dr. Levy aus dem Artikel der New York Times: „Die intensivste Intervention ist die Applied Behavioral Analysis (A.B.A.), ein Programm, das bestimmte Verhaltensweisen anspricht, Auslöser und Vorläufer identifiziert und mit Belohnungen reagiert, wenn ein Kind sich in der gewünschten Weise verhält.

Was ist ABA? Kurz und bündig: ABA basiert auf dem Behaviorismus, der den Menschen quasi als ein leeres Blatt sieht, das nach Belieben mit Inhalt gefüllt oder gelöscht werden kann. Diese Denkschule kam in den 1970er Jahren durch ihre Konversionstherapien für Homosexuelle in Verruf und erlebt nun mit ABA eine zynische Renaissance.

Der Einsatz von ABA zur Behandlung von Autismus wird in vielen Teilen der Welt kritisch bewertet, weil er auf einem der dunkelsten Kapitel des Behaviorismus basiert: den Experimenten von Ole Ivar Lovaas, der versuchte, autistische Kinder zu „heilen“.

Für Lovaas waren autistische Kinder „nur Personen im physischen Sinne, aber keine Persönlichkeit im psychologischen Sinne“. Er sah seine Aufgabe darin, aus ihrem Rohmaterial einen Menschen zu konstruieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wandte er z.B. Ohrfeigen an. Obwohl dies heute nicht immer Teil der ABA-Behandlung ist (im Richter-Rotenberg-Center werden immer noch elektrische Schocks eingesetzt), zielt ABA darauf ab, das Verhalten autistischer Kinder zu ändern, ohne die Gründe für ihr Verhalten einzubeziehen.

Um dies zu erreichen, werden so genannte „Frühtherapien“ an Kleinkindern für mindestens 40 Stunden pro Woche, einer intensiven Arbeitswoche, durchgeführt. Typische Merkmale des Autismus wie „stimming“ oder besondere Interessen, die autistischen Kindern helfen, ihr Nervensystem zu regulieren, werden rigoros verhindert. Das Ziel ist, dass sich das Kind nach außen hin so wenig wie möglich als Autist auffällt.

Einige Studien, wie z.B. die im Artikel der New York Times erwähnten, bestätigen die Wirksamkeit von ABA. Abgesehen von den oben genannten methodischen Unzulänglichkeiten und auch konträren Studien, die keine Effekte gefunden haben, sind „Erfolge“ nicht überraschend, denn ABA ist Konditionierung: der Effekt der psychologischen Manipulation, der empirisch messbar ist.

Wenn nun Studien zeigen, dass Autisten erfolgreich konditioniert werden können, um sich unauffällig zu verhalten und ihre tatsächliche Persönlichkeit zu unterdrücken, dann ist eine erfolgreiche Konditionierung eine erfolgreiche Dressur, nicht aber ein Erfolg in Bezug auf die Zufriedenheit des Individuums, wie es bei anderen psychologischen Therapien der Fall ist.

Kurz gesagt: Man kann Verhalten auch durch Folter erzwingen, aber ich würde das nicht als Therapie bezeichnen. Bei ABA geht es darum, das nach außen hin sichtbare Verhalten einer Person an ein definiertes System anzupassen.

Und diese Konditionierung für 40 Stunden pro Woche wird am besten bei Kleinkindern durchgeführt, so der Artikel der New York Times, der eher wie ein Werbespot als wie ein glaubwürdiger Journalismus wirkt- so wie Ole Ivar Lovaas in den 70er Jahren homosexuelle Jungen trainierte zu sagen, dass sie plötzlich nur noch Frauen attraktiv fänden. Heute lässt uns dieser Gedanke die Haare zu Berge stehen. Früher waren taube Kinder gezwungen von den Lippen zu lesen, heute werden sie (hoffentlich) in der Zeichensprache unterrichtet. Linkshändige Kinder mussten mit der rechten Hand schreiben. Heute sind linkshändige Kinder nicht mehr gezwungen, ihre Neurologie zu verleugnen und dürfen natürlich auch mit der linken Hand schreiben.

Früher galt die Regel: Egal, was das Kind fühlt, Hauptsache es wirkt normal. Sonst zählte nichts. Die Blackbox spielte keine Rolle. Die Arroganz der Mehrheit, der Status quo, bestimmte den Erfolg. Zum Glück hat sich das in vielen Bereichen geändert. Aber die Stimmen der Autisten werden immer noch nicht gehört. Selbst die kleinsten Kinder sollen in teure ABA-„Therapien“ gesteckt werden.

In 20 Jahren wird sich die wissenschaftliche Gemeinschaft dafür schämen.

Wahrscheinlich werden ABA-Anhänger behaupten, dass ich übertreibe, wenn ich Verhaltensforschung und Folter in einem Satz erwähne – aber es ist nicht weit hergeholt. Behavioristische Methoden wurden auch von Psychologen und anderen Fachleuten verwendet, um Foltermethoden für die C.I.A. zu entwickeln (die beteiligten Psychologen nannten dies „The Behaviour Management Plan“), die zum Beispiel in Guantanamo Bay eingesetzt wurden.

Radikale behavioristische Methoden sollten endlich dahin gebracht werden, wo sie hingehören: auf den Müllhaufen der Geschichte, und nicht unkritisch von der New York Times gefördert werden.

Weitere Quellen:

Fiske, S.T. (1992). Thinking is for doing: portraits of social cognition from daguerreotype to laserphoto. Journal of Personality and Social Psychology, 63(6), 877–889.

Gollwitzer, P.M. (1996). The Psychology of Action: Linking Cognition and Motivation to Behavior. New York

James, W. (1890). The principles of psychology. New York : Holt.

Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F010223-0012 / Unterberg, Rolf / CC-BY-SA 3.0

ABA is not a therapy

 “My thinking is first and last and always for the sake of my doing.”

(James, 1890; Fiske, 1992; Gollwitzer & Bargh, 1996).

In an article “Early Treatment for Autism Is Critical, New Report Says” published by the New York Times, ABA providers are uncritically offered the platform to advertise their “therapy” without any dissenting opinions or critical insight.

It should be known to the New York Times and noted that ABA is also viewed critically from an academic perspective. Among other things, the study and evidence base is far from being as clear as it is presented in the article. The studies on ABA often have methodological shortcomings (for example, studies often include single case design or otherwise extremely small numbers of test subjects, no studies on long-term effects in relation to the satisfaction of the participants, no control groups…), and they are basically based on a misdefinition of autism as Elle Loughran has already aptly explained in her article “The Rampant Dehumanization of Autistic People.”

If one starts out from a wrong definition, nothing reasonable can come out of it (like when the medieval doctors used a wrong but coherent theory to explaine diseases as the results of winds, natural gases, and the four human humours: blood, phlegm, yellow bile, and black bile).

The minimum journalistic standards would have required a more balanced article. Instead, ABA is touted as a miracle cure, without any side effects. It’s not credible, even if you don’t know anything about ABA. A profound intervention in the nature of a child, without any reported on negative side effects? It smells like a snake oil salesman.

In Germany, ABA is still being viewed critically and is therefore not covered by health insurance companies. As autism is not considered curable, it logically cannot be cured therapeutically and therefore the ABA “therapy” cannot work by definition.

However, we are also flooded with fantasty-based articles and advertisements from institutes that offer this dressage at high prices. A miracle cure! No negative side effects whatsoever! Almost like magic! These are pied piper methods, and it’s completely nonsensical that The New York Times has published such an article. This would not be the first time – in 1971 the New York Times published a hymn of praise for the „healing“ of homosexuals: „the therapists report that they have helped between 25 and 50 per cent of all their homosexual patients – regardless of age or original motivation – to make a hetero sexual adjustment.”

I am not against supports, accommodations, or therapies– as in the field of speech therapy or psychological support in coping with stress, sleeping problems, etc. I am against ABA as as a “therapy,” because this “therapy” does not deserve the name therapy and uses methods of brainwashing and operant conditioning.

Quote from Dr. Levy from the New York Times article: “The most intense intervention is Applied Behavioral Analysis (A.B.A.), a program that addresses specific behaviors, identifying triggers and antecedents, and responding with rewards when a child behaves in the desired way.”

That rings a bell for me…

What is ABA? In a nutshell: ABA is based on the behaviourism that sees the human being as a blank page that can be filled with content or deleted at will. This school of thought came into disrepute in the 1970s because of its conversion therapies for homosexuals, and is now experiencing a cynical renaissance with ABA.

The use of ABA for the treatment of autism is critically evaluated in many parts of the world, because it is based on one of the darkest chapters of behaviourism: the experiments of Ole Ivar Lovaas, who tried to “cure” autistic children.

For Lovaas, autistic children were “only persons in the physical sense, but not a personality in the psychological sense.” He saw his task in constructing a person from their raw material. To achieve this goal, he used slaps and scare tactics. Although these are not always part of ABA treatment today (though electric skin shocks are still used at the Judge Rotenberg Center), ABA aims to change the behaviour of autistic children without learning the reasons for their behaviour. 

To achieve this, so-called “early therapies” are carried out on young children for at least 40 hours a week, an intensive working week. Typical characteristics of autism such as stimming or special interests that help autistic children cope and regulate their nervous system are prevented. Even when they claim it’s not, the aim is often that the child behaves as little like an autistic as possible to the outside world.

The training causes great harm on the psychologically, even if this is not immediately apparent. Basically, the use of ABA is a sign that the child is not accepted in its personality and identity, which is inextricable from autism. In order to experience this, one only has to ask autistic people who have experienced this treatment.

Some studies, such as those mentioned in the New York Times article, do confirm the effectiveness of ABA. Besides the methodological shortcomings mentioned above and also contrary studies that found no effects, “successes” are not surprising because ABA is classical conditioning: the effect of psychological manipulation that is empirically measurable.

Now, when studies find that autistic people can be successfully conditioned to behave inconspicuously and suppress their actual personality, successful conditioning is successful dressage, but not success in terms of the satisfaction of the individual, as is the case with other psychological therapies.

To put it succinctly: one can also force behaviour by means of torture, but I would not call therapy such a thing. ABA is about adapting the outwardly visible behaviour of a person to a defined system. The needs of the individual are put aside in favour of the sensitivities of the environment.

And this 40-hour weekly conditioning is best done with toddlers, according to the New York Times article which functions more like a commercial than credible journalism– just as Ole Ivar Lovaas trained homosexual boys in the 70s to say that they suddenly found only women attractive. Today, this thought makes our hair stand on end in horror. In the past, deaf children were forced to read lips, today they are (hopefully) taught sign language. Left-handed children had to write with their right hand. Today, left-handed children are no longer forced to deny their neurology and are of course allowed to write with their left hands.

In the past, the rule was: no matter what the child feels, the main thing is that it looks normal. Nothing else counted. The black box didn’t matter. The arrogance of the majority, the status quo, determined success. Fortunately, that has changed in many areas. But the voices of autistic people are still not being heard. Now, there is an aggressive push to bend even the youngest children into expensive ABA “therapies.”

In 20 years, the scientific community will be ashamed of this.

I am sure that ABA supporters will claim that I am exaggerating when I mention behaviorism and torture in one sentence– but it’s not very far off. Behaviorist methods were also used by psychologists and other professionals to develop torture methods for the C.I.A. (the psychologists involved called this “The Behaviour Management Plan”), which were used, for example, in Guantanamo Bay.

Radical behaviorist methods of classical conditioning should finally be put where they belong: on the garbage heap of history, and not be uncritically promoted by the New York Times.

Additional sources:

Fiske, S.T. (1992). Thinking is for doing: portraits of social cognition from daguerreotype to laserphoto. Journal of Personality and Social Psychology, 63(6), 877–889.

Gollwitzer, P.M. (1996). The Psychology of Action: Linking Cognition and Motivation to Behavior. New York

James, W. (1890). The principles of psychology. New York : Holt.

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„Depressiver Realismus“

Autisten mit durchschnittlicher und überdurchschnittlicher Intelligenz haben eine bis zu 10 Mal höhere Wahrscheinlichkeit als neurotypische Menschen Suizid zu begehen – die höchste Suizidrate zeigen dabei Frauen und Autisten mit zusätzlichem AD(H)S (Hirvikoski et al., 2019)

Das stimmt mich nachdenklich.

„Du denkst zu viel!“ ist die Standardantwort die mir entgegenschlägt wenn ich meine Gedanken über die Welt, meine Sorgen und Befürchtungen mitteile. Manche reagieren auf meine Analysen und Gefühle schockiert, oft auch sehe ich in ungläubige und/oder gelangweilte Gesichter oder mir schlägt das pure Unverständnis bzw. Verdrängung entgegen.

„Ach, nimm das doch nicht so schwer! Blablabla-Welt-schön-reden…“

Mein Problem ist unter anderem das Wissen. Es gibt Phasen in meinem Leben da lese ich mehrere Tageszeitungen täglich, informiere mich in Büchern und Artikeln zu Geschichte, Anthropologie, Ethnologie, Philosophie, Psychologie, Medizin… Leider ist das Fazit, dass man salopp aus diesem Wissen schließen kann: der Mensch ist geliefert – zumindest früher oder später.

Denn das ist das einzig logische Fazit: Spezies vergehen, Planeten sterben, Sonnen implodieren. Und im Kleinen: Kulturen gehen unter, Weltreiche vergehen – und dachten wahrscheinlich auch sie wären für immer da, das Non-Plus-Ultra, unsterblich, unvergänglich.

Wir Menschen leben in unseren kleinen Zeitblasen und brauchen diese Illusion. Daher kommt ja auch das Konzept des „Depressiven Realismus´“ – das Depressive es nicht schaffen, sich selbst zu belügen und die Illusion einer gerechten, sicheren Welt aufrechtzuerhalten. Sie sehen die Welt und sich selbst kalt realistisch:

Depressiver Realismus bedeutet, dass Menschen mit leichter bis mittelschwerer Depression eine genauere Wahrnehmung der Realität haben als Nichtdepressive. Depressiver Realismus ist eine Weltanschauung der menschlichen Existenz, die im Wesentlichen negativ ist und die Annahmen über den Wert des Lebens und die Institutionen, die behaupten, die Probleme des Lebens zu beantworten, in Frage stellt.“ (Feltham, 2016).

Und wenn man sich erstmal rein objektiv und in Zahlen das ganze Leid in der Welt anschaut – seit der Existenz des Lebendigen und naturimmanent, vom Menschen noch verstärkt durch Folter, Vergewaltigung, Mord, Krieg und gegenseitiger Ausrottung – dann kann man, wenn man diese kalten Fakten auch empathisch auf sich wirken lässt schon mal schlechte Tage haben.

Denn das ist die Realität. Und wir Menschen brauchen eben Visionen und Illusionen die diese Realität verdrängen sonst wären wir alle nicht überlebensfähig. Psychisch.

Autisten fällt dieses Verdrängen der Fakten und das sich selbst Belügen schwer. Depressiver Realismus ist damit wahrscheinlich verwandt, meiner Meinung nach. Dazu kommt noch die bei vielen Autisten hoch ausgeprägte Empathie, Empfänglichkeit für Leid und Mitleid.

Bei mir zumindest führt dies, zusammen mit dem angesammelten Wissen, bisweilen zu einer tiefen Traurigkeit über die Vergänglichkeit von allem was existiert und der Subjektivität all unserer Wahrnehmungen, Einschätzungen und Sinnzuschreibungen.

So eine Art die Welt wahrzunehmen macht mich nicht gerade beliebt.

Wer möchte z.B. schon hören, dass es am wahrscheinlichsten ist, dass zumindest die Europäer früher oder später wieder von einer Seuche dezimiert werden wie damals bei der Pest (Cassini et al., 2019). Die kam übrigens aus Asien (Sussman, 2011), wo sie jedoch nie so fatal ausbrach wie in Europa.  Meine Hypothese ist ja, dass die Menschen dort einfach sauberer und hygienischer waren als die durch ihre eigene Scheiße watenden Europäer dieser Zeit, was eine Übertragung durch Flöhe in Asien verhinderte (Singer, 1991). Auch heute: Mundschutz bei Erkältung, Schuhe vor der Tür ausziehen… zum Schutz von anderen.  Wir Europäer niesen alle voll, viele impfen sich nicht mehr und verstehen Keime nicht – alles mit Antibiotika behandeln und damit multiresistente Keime züchten…Wenn jemand versuchen würde es besser zu machen und sich bei Schnupfen einen Mundschutz anzieht um Säuglinge und Immunkranke nicht zu gefährden, der würde sozial bestraft werden. So sind eben die sozialen Normen in Europa. Präsentismus und Pflichterfüllung gehen über alles…

So oder so ähnlich könnte ich den ganzen Tag jeden kleinsten Teil des Alltags analysieren, mich über Ineffektivität und Verantwortungslosigkeit ärgern, traurig und verzweifelt werden aufgrund von Gier und Sadismus… Alles meist säuberlich belegbar durch Zahlen und Quellen.

Wenn man da selbst nicht aufpasst, zieht einen die Realität schnell ins depressive Loch, oder eben in den Depressiven Realismus. Wenn man dann auch noch bedenkt das die meisten  Autisten mindestens die Schulzeit hindurch gemobbt wurden (IAN Research Report, 2012) und statistisch überdurchschnittlich häufig von gewalttätigen Übergriffen betroffen waren (Weiss, & Fardella,  2018), auch im Arbeitsleben oftmals ausgeschlossen und stigmatisiert werden (National Autistic Society,2016), wenn man zusätzlich noch die Kosten des sich Verstellens , dem „Camouflaging“ (Cage & Troxell-Whitman, 2019) hinzurechnet, und die gesamte westliche Lebensumwelt die für Autisten meist anstrengend und bisweilen sensorisch überfordernd eingerichtet wurde (ich sage nur: Dauerstress) miteinbezieht, dann sollte das hohe Suizidrisiko auch für Laien nachvollziehbar sein.

Was daher lebenswichtig ist: wir müssen Strategien erforschen und verbreiten um uns selbst und andere vor dem Suizidrisiko zu schützen. Unsere Umwelt muss verändert werden, denn es kann ja z.B. nicht sein dass uns Mobber einfach das Leben zerstören dürfen.

Ich zitiere zum Abschluss  Griffiths et al. (2019).:

„Verbesserte Unterstützungs- und Beratungsdienste sowie Lobbyarbeit sind notwendig, um die Anfälligkeit autistischer Erwachsener für negative Lebenserfahrungen zu verringern, was wiederum die psychische Gesundheit und die Lebenszufriedenheit dieser Bevölkerungsteils verbessern kann“.

Bin ja mal gespannt ob das passiert.

„Etiam periere ruinae (sogar die Ruinen sind untergegangen)“ Lateinisches Zitat im Zusammenhang mit Julius Caesars Betrachtung dessen, was er für die Ruinen von Troja hielt. 1666, Radierung

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Quellen:

Autism employment gap – National Autistic Society. (2016). Retrieved from https://www.autism.org.uk/get-involved/media-centre/news/2016-10-27-employment-gap.aspx

Cassini, A., Högberg, L. D., Plachouras, D., Quattrocchi, A., Hoxha, A., Simonsen, G. S., Colomb-Cotinat, M., et al. (2019). Attributable deaths and disability-adjusted life-years caused by infections with antibiotic-resistant bacteria in the EU and the European Economic Area in 2015 : a population-level modelling analysis. Lancet Infectious diseases, 19(1), 56–66. doi: 10.1016/s1473-3099(18)30605-4

Cage, E., & Troxell-Whitman, Z. (2019). Understanding the Reasons, Contexts and Costs of Camouflaging for Autistic Adults. Journal of autism and developmental disorders, 49(5), 1899–1911. doi:10.1007/s10803-018-03878-x

Feltham, C. (2016). Depressive Realism: Interdisciplinary perspectives. London, England: Routledge.

Griffiths, S., Allison, C., Kenny, R., Holt, R., Smith, P., & Baron-Cohen, S. (2019). The Vulnerability Experiences Quotient (VEQ): A Study of Vulnerability, Mental Health and Life Satisfaction in Autistic Adults. Autism research : official journal of the International Society for Autism Research, 12(10), 1516–1528. doi:10.1002/aur.2162

Hirvikoski, T., Boman, M., Chen, Q., D’Onofrio, B. M., Mittendorfer-Rutz, E., Lichtenstein, P., Bölte, S., Larsson, H. (2019). Individual risk and familial liability for suicide attempt and suicide in autism: a population-based study. Psychological Medicine, 1–12. doi: 10.1017/S0033291719001405

IAN Research Report: Bullying and Children with ASD. (2012). Retrieved from https://www.iancommunity.org/cs/ian_research_reports/ian_research_report_bullying

Singer, K. (1991). Spiegel, Schwert und Edelstein: Strukturen des japanischen Lebens. Frankfurt a.M., Germany: Suhrkamp.

Sussman, G. D. (2011). Was the Black Death in India and China? Bulletin of the History of Medicine, 85(3), 319-355. doi:10.1353/bhm.2011.0054

Weiss, J. A., & Fardella, M. A. (2018). Victimization and Perpetration Experiences of Adults With Autism. Frontiers in psychiatry, 9, 203. doi:10.3389/fpsyt.2018.00203

Team spirit

As a child, I particularly liked series with teams. I was fascinated by the idea that each individual has strengths and weaknesses, and that individual weaknesses are accepted and the individual strengths are seen and used in such a way that in the end a goal can only be achieved by working together.

This team character was evident, for example, in the „Teenage Mutant Ninja Turtles“:

Leonardo: a natural leader, sometimes too stubborn and quite egocentric.

Raphael: angry, impulsive, but also the comedian of the team.

Michelangelo: very childish, but fun-loving, loyal and strong.

And my personal favourite as a kid, Donatello: the clumsy scientist.

Yes, they are in some way stereotypical, but I find the main message important: that completely different characters build a functioning team together, without mocking their differences and emphasizing the strengths of the individual. This diverse team works even better than if each Turtle were working alone.

I really liked it. The idea of diverse teams. This pattern was repeated in almost all children’s series of the 80s and 90s like e.g. Ghostbusters or Sailor Moon.

The frightening realization came when checking fiction with reality: the diversity shown in popular children’s series was in no way near to reality. In real life, conformity and homogeneity was propagated as the ideal. Those who are different are excluded, bullied or at best dragged down from above as mascots. An ideal  team in reality seams to consists only of „Leonardos“, people pretending to be Leonardo, people imitating Leonardo and people obeying to Leonardo… There is no room or place for Donatello’s world view, Raphael’s way of being or Michelangelo’s opinion in real life teams.

The power of language and framing

Until recently, psychology concentrated mainly on „weaknesses and deficits“ instead of strengthening and highlighting existing strengths. And even today, both in pedagogy and psychology, one’s own and mutual acceptance is not the goal. Instead there are diagnoses mainly based on deficits, and even possible strengths are redefined so that they only appear as weaknesses.

Some of the so called “deficits / weaknesses” of the Autism Spectrum are a matter of interpretation, of definition, of context.  And the majority, the neurotypical ones, define the status quo: what is normal is good. With us autistic people it is the case that all our „differences“ are interpreted negatively, although some traits could also be seen as positive depending on the point of view.

As a thought experiment I have now reformulated some typical personality traits of autistic and neurotypical people in such a way that the autistic is presented more positively than the neurotypical, in order to once again illustrate the power of language in this context.

The following common characteristics of neurotypicals are scientifically known and have been researched for decades. Their effects can e.g. lead to wars and to bullying. Nevertheless, they are not attributed to be neurotypical „deficits“, although they clearly could be defined as such.

Examples for deficits of the average neurotypical person

This are common negative traits of neurotypical people:

  • Neurotypicals can be easily influenced by authorities – and tend to obey authority even in violent and immoral ways.
  • Neurotypicals are needy for belonging to a group – they are prone to actively exclude others to feel belonging to a group and give up their individuality to do so.
  • Group membership leads to strong exclusionary behaviour which even goes so far as to trigger a tendency to favour one’s own group at the expense of others, even when it means sacrificing in-group gain.

These negative tendencies of neurotypical people were shown in the Milgram experiment (Milgram, 1963), in studies on group conformity and group coercion (Asch, 1951, 1956), and in research on discrimination and exclusion of outgroup members (Tajfel, 1970).

Examples of strengths of autistics

This common autistic traits could compensate for the above-mentioned neurotypical deficits (if these strengths were not pathologized):

  • Autistics own a strong moral system in the sense of Kant’s categorical imperative that is not easily shaken by peer pressure.
  • They have a high sense of justice and high sensitivity for the suffering of others.
  • Another positive trait is their high sensitivity for moods of other people.

(Sources: Garnett, Attwood, Peterson & Kelly, 2013; Markram, & Markram, 2010).

These lists could be continued… The sad fact, however, is that our common strengths, like e.g. a strong moral system which is entirely in Kant’s sense, are stigmatized as „inflexibility“, while the „blind obedience“ characteristic of many neurotypical people is regarded as normal. This is the power of language, the power of framing… This is the power of the majority that defines what is called a deficit and what is not.

What is my point?

Well, to come back to the beginning of this article: I wish for a world in which we are accepted with our strengths and weaknesses. I wish for neurotypicals to reflect that they also have weaknesses that some of us autistic people could well supplement if we were included in teams. I think if people listened more to autistics, we would be able to create a better world together.

I don´t want a world of Leonardos, where the Donatellos, Raphaels and Michelangelos are excluded.

I would like to see diverse, heterogeneous teams full of mutual respect in which individual weaknesses and strengths are reflected and accepted. Because we have all strengths and weaknesses, but unfortunately neurotypical people too often forget their weaknesses and do not pay attention to the strengths of the neurodiverse people. They seem to not understand how teams should work.

Sources:

Asch, S. E. (1951). Effects of group pressure upon the modification and distortion of judgment. In H. Guetzkow (ed.) Groups, leadership and men. Pittsburgh, PA: Carnegie Press.

Asch, S. E. (1956). Studies of independence and conformity: I. A minority of one against a unanimous majority. Psychological Monographs, 70(9), 1–70.

Garnett, M. S., Attwood, T., Peterson, C., & Kelly, A. B. (2013). Autism spectrum conditions among children and adolescents: A new profiling tool. Australian Journal of Psychology, 65(4), 206–213. doi: 10.1111/ajpy.12022

Kant, I. (2004). Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Markram, K., & Markram, H. (2010). The Intense World Theory: A unifying theory of the neurobiology of autism. Frontiers in Human Neuroscience, 4. doi: 10.3389/fnhum.2010.00224

Milgram, Stanley (1963). Behavioral Study of Obedience. Journal of Abnormal and Social Psychology. 67(4), 371–8. doi: 10.1037/h0040525

Tajfel, H. (1970). Experiments in intergroup discrimination. Scientific American, 223, 96–102.

Teamgeist

Als Kind mochte ich besonders Serien mit Teams. Mich hat die Idee fasziniert, dass jeder Einzelne Stärken und Schwächen hat, dass individuelle Schwächen akzeptiert und die individuellen Stärken so gesehen und genutzt werden, dass am Ende ein Ziel nur durch Zusammenarbeit erreicht werden kann.

Dieser Teamcharakter zeigte sich zum Beispiel in der „Teenage Mutant Ninja Turtles“:

Leonardo: ein natürlicher Anführer, manchmal zu stur und ziemlich egozentrisch.

Raphael: wütend, impulsiv, aber auch der Komiker des Teams.

Michelangelo: sehr kindisch, aber lebenslustig, loyal und stark.

Und mein persönlicher Favorit als Kind, Donatello: der ungeschickte Wissenschaftler.

Ja, sie sind in gewisser Weise stereotyp, aber ich finde die Kernbotschaft wichtig: dass völlig unterschiedliche Charaktere gemeinsam ein funktionierendes Team bilden, ohne ihre Unterschiede zu verspotten und die Stärken des Einzelnen zu betonen. Dieses vielfältige Team arbeitet noch besser, als wenn jede Schildkröte allein arbeiten würde.

Es hat mir wirklich gefallen. Die Idee von diversen Teams. Dieses Muster wurde in fast allen Kinderserien der 80er und 90er Jahre wie z.B. Ghostbusters oder Sailor Moon wiederholt.

Die erschreckende Erkenntnis kam, als man die Fiktion mit der Realität überprüfte: Die Vielfalt der beliebten Kinderserien war keineswegs realitätsnah. Im wirklichen Leben wurden Konformität und Homogenität als Ideal propagiert. Die Anderen werden ausgeschlossen, gemobbt oder bestenfalls als Maskottchen von oben nach unten geschleppt. Ein ideales Team besteht in Wirklichkeit nur aus „Leonardos“, Menschen, die vorgeben, Leonardo zu sein, Menschen, die Leonardo nachahmen und Menschen, die Leonardo gehorchen…. Es gibt keinen Platz für Donatellos Weltbild, Raffaels Art zu sein oder Michelangelos Meinung in realen Teams.

Die Macht der Sprache und des Framings

Bis vor kurzem konzentrierte sich die Psychologie vor allem auf „Schwächen und Defizite“, anstatt bestehende Stärken zu stärken und hervorzuheben. Und auch heute noch, sowohl in der Pädagogik als auch in der Psychologie, ist die eigene und gegenseitige Akzeptanz nicht das Ziel. Stattdessen gibt es Diagnosen, die hauptsächlich auf Defiziten basieren, und selbst mögliche Stärken werden neu definiert, so dass sie nur als Schwächen erscheinen.

Einige der so genannten „Defizite / Schwächen“ des Autismus-Spektrums sind eine Frage der Interpretation, der Definition, des Kontextes.  Und die Mehrheit, die Neurotypischen, definieren den Status quo: Was normal ist, ist gut. Bei uns Autisten ist es so, dass alle unsere „Unterschiede“ negativ interpretiert werden, obwohl einige Eigenschaften je nach Standpunkt auch als positiv angesehen werden können.

Als Gedankenexperiment habe ich nun einige typische Persönlichkeitsmerkmale von autistischen und neurotypischen Menschen so umformuliert, dass das Autistische positiver dargestellt wird als das Neurotypische, um die Kraft der Sprache in diesem Zusammenhang noch einmal zu veranschaulichen.

Die folgenden gemeinsamen Merkmale von Neurotypischen sind wissenschaftlich bekannt und werden seit Jahrzehnten erforscht. Ihre Auswirkungen können z.B. zu Kriegen und Mobbing führen. Dennoch werden sie nicht als neurotypische „Defizite“ eingestuft, obwohl sie eindeutig als solche definiert werden können.

Beispiele für Defizite des durchschnittlichen neurotypischen Menschen

Dies sind häufige negative Eigenschaften neurotypischer Menschen:

  • Neurotypische Menschen können von Autoritäten leicht beeinflusst werden – und neigen dazu, der Autorität auch auf gewalttätige und unmoralische Weise zu gehorchen.
  • Neurotypische sind auf die Zugehörigkeit zu einer Gruppe angewiesen – sie neigen dazu, andere aktiv auszuschließen, sich einer Gruppe anzugehören und ihre Individualität aufzugeben.
  • Die Gruppenzugehörigkeit führt zu einem starken Ausschlussverhalten, das sogar eine Tendenz auslöst, die eigene Gruppe auf Kosten anderer zu bevorzugen, auch wenn dies bedeutet, dass der Gewinn in der Gruppe geopfert wird.

Diese negativen Tendenzen neurotypischer Menschen wurden im Milgram-Experiment (Milgram, 1963), in Studien zur Gruppenkonformität und Gruppenzwang (Asch, 1951, 1956) und in der Forschung zur Diskriminierung und Ausgrenzung von Nicht-Gruppenmitgliedern (Tajfel, 1970) gezeigt.

Beispiele für Stärken von Autisten

Diese gemeinsamen autistischen Eigenschaften könnten die oben genannten neurotypischen Defizite kompensieren (wenn diese Stärken nicht pathologisiert würden):

  • Autisten besitzen ein starkes Moralsystem im Sinne von Kants kategorischem Imperativ, das nicht leicht durch Gruppenzwang erschüttert wird.
  • Sie haben einen hohen Gerechtigkeitssinn und eine hohe Sensibilität für das Leiden anderer.
  • Ein weiteres positives Merkmal ist ihre hohe Sensibilität für Stimmungen anderer Menschen.

(Quellen: Garnett, Attwood, Peterson & Kelly, 2013; Markram, & Markram, 2010).

Diese Listen könnten fortgesetzt werden….. Traurig ist jedoch, dass unsere gemeinsamen Stärken, wie z.B. ein starkes Moralsystem, das ganz im Sinne von Kant ist, als „Inflexibilität“ stigmatisiert werden, während der für viele neurotypische Menschen charakteristische „blinde Gehorsam“ als normal angesehen wird. Das ist die Kraft der Sprache, die Kraft des Framings….. Das ist die Macht der Mehrheit, die definiert, was als Defizit bezeichnet wird und was nicht.

Worauf will ich hinaus?

Nun, um auf den Anfang dieses Artikels zurückzukommen: Ich wünsche mir eine Welt, in der wir mit unseren Stärken und Schwächen akzeptiert werden. Ich wünsche mir, dass Neurotypische erkennen, dass sie auch Schwächen haben, die einige von uns Autisten gut ergänzen könnten, wenn wir in Teams aufgenommen würden. Ich denke, wenn die Menschen den Autisten mehr zuhören würden, könnten wir gemeinsam eine bessere Welt schaffen.

Ich will keine Welt von Leonardos, in der die Donatellos, Raffael und Michelangelos ausgeschlossen sind.

Ich wünsche mir unterschiedliche, heterogene und respektvolle Teams, in denen individuelle Schwächen und Stärken reflektiert und akzeptiert werden. Weil wir alle Stärken und Schwächen haben, aber leider vergessen neurotypische Menschen allzu oft ihre Schwächen und achten nicht auf die Stärken der neurodiversen Menschen. Sie scheinen nicht zu verstehen, wie Teams funktionieren sollen.

Quellen:

Asch, S. E. (1951). Effects of group pressure upon the modification and distortion of judgment. In H. Guetzkow (ed.) Groups, leadership and men. Pittsburgh, PA: Carnegie Press.

Asch, S. E. (1956). Studies of independence and conformity: I. A minority of one against a unanimous majority. Psychological Monographs, 70(9), 1–70.

Garnett, M. S., Attwood, T., Peterson, C., & Kelly, A. B. (2013). Autism spectrum conditions among children and adolescents: A new profiling tool. Australian Journal of Psychology, 65(4), 206–213. doi: 10.1111/ajpy.12022

Kant, I. (2004). Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Markram, K., & Markram, H. (2010). The Intense World Theory: A unifying theory of the neurobiology of autism. Frontiers in Human Neuroscience, 4. doi: 10.3389/fnhum.2010.00224

Milgram, Stanley (1963). Behavioral Study of Obedience. Journal of Abnormal and Social Psychology. 67(4), 371–8. doi: 10.1037/h0040525

Tajfel, H. (1970). Experiments in intergroup discrimination. Scientific American, 223, 96–102.